Barbara Rütting

Als "engagierte Tierschützerin" setzt sich seit Jahren die frühere Schauspielerin Barbara Rütting in Szene. Ihr gleichzeitiges Engagement in Gefielden rechtslastiger Sekten und Psychokulte erfordert konsequente Distanzierung - zumal nach Rüttings öffentlichkeitswirksamem Einzug in den Bayerischen Landtag im Herbst 2003 -, um das Anliegen seriöser Tierschützer und Tierrechtler durch Verquickung mit rechter Esoterik nicht in Diskredit zu bringen.
Mutter der Glückseligkeit
Esoterik-Komparsin Barbara Rütting macht in großer Politik
von Colin Goldner
"Die frühere Filmschauspielerin und heutige Kochbuchautorin Barbara Rütting, 75, zieht für die Grünen in den Bayerischen Landtag ein." Soweit die dpa-Meldung am Tag nach dem Wahlfiasko in Bayern, das der CSU 60,7% der Stimmen und damit eine satte Zweidrittelmehrheit der Sitze beschert hatte.
Rütting im Landtag? Gut, mochten viele denken, damit kommt dem Tierschutz vielleicht größeres Gewicht zu: immerhin ist Rütting seit Jahren engagiert im Kampf gegen die unsäglichen Bedingungen der Nutztierhaltung, gegen die tagelangen Tiertransporte quer durch Europa, gegen die Fleisch-Mafia überhaupt. Ja schon, aber...
Barbara Rütting, eigentlich Waltraud Irmgard Goltz, wurde am 21.11.1927 in Berlin geboren, als "Skorpion mit Aszendent Zwilling", wie sie in ihrer Vita vermeldet. Manchen ist sie noch in Erinnerung als Leinwandstar der 50er und frühen 60er Jahre. Sie spielte in über vierzig Filmen mit, durchaus seriöse darunter, wie "Operation Crossbow" mit Sophia Loren oder "Stadt ohne Mitleid" mit Kirk Douglas.Die meisten ihrer Filme verstauben indes in den unteren B- und C-Schubladen und werden zu Recht nicht einmal mehr auf RTL gezeigt. Eingegraben ins kollektive Filmgedächtnis ihre Rollen als ewig ums Erbe betrogene Dummnuss in Edgar Wallaces "Der Zinker" und "Neues vom Hexer". Auch auf der Bühne feierte sie Erfolge, sie spielte bevorzugt und nicht ohne Talent psychisch gestörte Frauenfiguren, von Lady Macbeth über Hedda Gabler bis zu Strindbergs Fräulein Julie. Höhe- und zugleich Schlußpunkt ihres mimischen Schaffens war ein TV-Auftritt bei Derrick im Jahre 1981, nach dem nichts mehr kommen konnte.
Seit dem Niedergang ihrer Zelluloidkarriere fühlt Rütting sich offenbar zunehmend zu autoritär strukturierten Organisationen und Psychosekten hingezogen: Neben ihrem Engagement für die vollwertköstlerische "Gesellschaft für Gesundheitsberatung" (GGB) des früheren SA-Mannes und späteren Bioladen-Vordenkers Max Otto Bruker (1909-2001), der laut Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt als "Scharnierstelle zwischen ökologie- und Naturkostbewegung auf der einen und Neonazi-Szene auf der anderen Seite" bezeichnet werden durfte (Az.:16U135/94,2/3O185/94) - Rütting sitzt bis heute im Vorstand der Gesellschaft -, begeisterte sie sich für die ultrareaktionäre Heilsbotschaft des Maharishi Mahesh Yogi, für dessen "Naturgesetzpartei" sie sogar in einem TV-Werbespot auftrat. Der Maharishi, einer der letzten aus der 70er-Jahre-Riege indischer Nachthemd-Gurus, ist nach wie vor blendend im Geschäft, mit ayurvedischen Pülverchen zur Behandlung von Krebs und AIDS vor allem.
Seine Jünger behaupten wie seit je, kraft transzendentaler Meditation und ohne technische Hilfsmittel "fliegen" zu können, was wesentlich zur Erlangung des Weltfriedens beitrüge. Obgleich ihre öffentlich vorgeführten Flugeinlagen stets das gleiche zeitigten, nämlich eine Art Froschgehopse mit überkreuzten Beinen, sammelten sie, dank fähnchenschwingender Barbara Rütting, bei der Europawahl 1994 mehr als 90.000 Stimmen.
Was Maharishis Fliegerpartei kann, so dachten sich die bayerischen Grünen, können wir schon lange. Im Vertrauen darauf, daß die ein oder andere Stimme gewiß zu holen sei in den esoterischen Heilpraxen, Meditationszentren und Buchläden, deren Kundschaft, politisch oft demonstrativ desinteressiert, sich vielleicht zum Urnengang aufraffte, wenn eine der ihren zur Wahl stehe, holten sie Barbara Rütting auf ihre Liste, die seit Jahren zum fixen Inventar der Szene zählt. Dies nicht im ersten Gliede, nein, Vorreiterin einer Bewegung war Barbara Rütting nie, auch wenn sie das von sich meint, eher Mitläuferin, Komparsin. Das freilich allenthalben und quer durch sämtliche Niederungen: kaum ein Kongreß für neues, besseres oder höherwertiges Bewußtsein, den sie nicht werbewirksam angereichert hätte - ihr Bekanntheitsgrad sicherte ihr allemal einen Platz auf dem Podium, auch wenn sie gar nichts zu sagen hatte -, kaum eine der zahllosen Verkaufsmessen für esoterischen Plunder, ohne daß sie mit dabeigewesen wäre. Sie zierte das Cover praktisch jedes einschlägigen Blättchens, lernte wohl auch, ein paar szenekompatible Phrasen daherzuplappern, aber nein, zur Vordenkerin reichte es nie. Sie saß meist nur kulleräugig dabei, wenn andere redeten, Franz Alt, den sie bewundert, Rainer Holbe, Arnold Keyserling und wie sie alle heißen, die Größen der Esoterikszene, die sich gerne mit dem Ex-Filmstar umgaben.
Aber sie war auch selbst auf der Suche nach spiritueller Erfüllung. So begeisterte sich etwa für das Brandenburger "Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung" (ZEGG), eine autoritär strukturierte Sex- und Psychosekte mit Sitz in Belzig bei Berlin. ZEGG-Begründer Dieter Duhm: "Eine Frau ist, wenn sie ihre weibliche und universelle Identität gefunden hat, eine natürliche Anlaufstelle für alle Männer", sie werde "ganz von selbst die Liebesdienerin vieler junger Männer sein", weil das "ihre natürliche Funktion ist". Frau Rütting hält die ZEGGsche "Idee der freien Liebe" für fabelhaft. Von der rechtslastigen Esoterikkommune Findhorn in Schottland, wo ein New-Age-Guru namens David Spangler als neuer Christus verehrt wird, war sie derart angetan, daß sie öffentlich erwog, dorthin zu ziehen. Schon Ende der 1980er hatte sie versucht, nach Findhorn-Vorbild in österreich eine eigene "Lebens- und Arbeitsgemeinschaft" zu begründen, mit der esoterischen Elite, den "Besten aus aller Welt", was allerdings gründlich mißlang.
Seit Herbst 1995 ist sie Anhängerin des Osho-Rajneesh-Kults und trägt als solche den Sektennamen "Ma Anand Taruna", was soviel heißt wie "Mutter der Glückseligkeit durch ewige Jugend". Rütting begeistert: "Für immer jung, ist das nicht herrlich?" Mehrfach trat sie anschließend in der Talkshow des TV-Pfaffen Jürgen Fliege auf, um der Welt ihre neugewonnenen spirituellen Erkenntnisse mitzuteilen: "Nicht das Recht zur Faulheit ist in unserer Gesellschaft angesagt, sondern die Pflicht zum Fleiß".
Anfang 2000 heuerte sie als Meditationslehrerin in der umstrittenen Krebs-Klinik der Hackethal-Erben im bayerischen Riedering an. Bevorzugt brachte sie den Patienten die sogenannte "Lach-Meditation" nach Osho Rajneesh bei, was allerdings das Ende der Klinik ein paar Monate später nicht aufhielt. Kritik an ihren Umtrieben in der rechten Psychoszene weist sie als "üble Verleumdung" zurück: sie gehöre "keiner Sekte und keiner Religion" an, was sie nicht daran hindert, sich auch in unmittelbarer Nähe des "Universellen Lebens" herumzutreiben.
Der grüne Wahlcoup mit Barbara Rütting war ein voller Erfolg. Die Partei stellt nun, wenn sie sonst schon nichts zu melden hat im Bayerischen Landtag, in dem die CSU dank neugewonnener Zweidrittelmehrheit tun und lassen kann, was ihr beliebt, zumindest die Alterspräsidentin. Rütting, inzwischen 76,
durfte also am 6. Oktober die erste Sitzung einläuten und auch ein paar Sätze sagen: von Geiern - in Anspielung auf ihre Filmrolle als "Geierwally" -, die es nicht mehr gebe in bayerischen Landen und von Adlern - gemeint waren offenbar die Abgeordneten des Landtags -, die wachsam über den Fluren des Freistaates kreisten. Ein paar Tage darauf durfte sie schon in einer veritablen Polit-Talkshow auftreten: bei Gabi Bauer nämlich und im Gespräch mit Guido Westerwelle, der sie auch gleich als von den Werten her "eigentlich der FDP zugehörig" vereinnahmte.
Im übrigen ist die Rütting-Strategie der Grünen nicht neu: seit je setzt man auf das esoterisch angehauchte Wählerpotential, die endlose Verzögerung des seit Jahren geplanten "Lebensbewältigungshilfegesetzes", das den Morast innerhalb der gewerblichen Psycho- und Wunderheilerszene etwas austrocknen könnte, geht auf ihr Konto. Auch Rütting changiert als "Psychotrainerin" am Rande der Legalität. Nicht wenige der führenden Grünen, Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer vorneweg, hatten und haben auch keinerlei Scheu, ihre persönliche Affinität zu esoterischen Hirngespinsten in aller öffentlichkeit zu bekennen, vergleichbar dem demonstrativen Bekenntnis zu einer der christlichen Großreligionen bei Unions-Politikern. Die bayerische Spitzenkandidatin der Grünen, Margarete Bause, verstieg sich gar dazu, als Stargast in Winfried Noës TV-Show "Sternenhimmel" aufzutreten, um dort nach ihrer und der Zukunft ihrer Partei zu fragen. Astrologie als Wahlhilfe: immerhin schaffte sie prognosegemäß den Sprung in den Bayerischen Landtag. Von Rütting war in Noës Vorhersagen allerdings noch nicht die Rede: die war zum Zeitpunkt seiner Horoskopebeschau noch gar nicht Parteimitglied.
Der Artikel erschien, leicht redigiert, unter dem Titel "Sekte, Ma und Sterne" in der jungle world 41/03 vom 1.10.2003 und unter obigem Titel in MIZ 1/04.
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Leserbrief in Jungle World 43/03
Meines Wissens war die Jungle World die einzige Zeitschrift, die die Verstrickung Barbara Rüttings in die rechte Esoterikszene thematisiert hat. Alle anderen Blätter sind in Hurra-Geschrei ausgebrochen, jetzt endlich den "Tier- und Naturschutz im Bayerischen Landtag" vertreten zu sehen. Tier- und Naturschützer sind aufgerufen, sich offensiv von Rüttings Affinität zu Blut-und-Boden-gefärbter Rechtsaußen-Esoterik zu distanzieren, um in ihrem Engagement nicht damit ineinsgesetzt zu werden. Ich will als Tierschützer nichts mit Sekten und rechten Psychokulten zu tun haben. N.F.
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Auch als Mitglied des Bayerischen Landtags scheut Rütting sich nicht, allenthalben den PeTA-Holocaust-Vergleich anzustellen. Ebensowenig scheut sie sich, als solche Propaganda für die rechtslastige Kultgemeinschaft "Universelles Leben" zu betreiben.

Nicht zuletzt posiert sie als Werbeträgerin selbst für den abgründigsten Blödsinn der esoterischen Tierheilerszene: für telepathische Kommunikation mit Tieren. Ausdrücklich bewirbt sie das Buch "Die Sprache der Tiere" der US-Hellseherin Carol Gurney, durch das man, so Rütting, mithin lerne, "wie wir verschwundene Tiere wieder finden können, indem wir uns auf ihre Frequenz einstellen". Sie, Rütting, habe, wie sie der interessierten LeserInnenschaft mitteilt, gar "die größte Lust", sich bei Gurney zum Telepathic Animal Communicator ausbilden zu lassen (PranaHaus spezial, 1/2006, S. 6).
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Zeitspiegel, Bayerischer Rundfunk, 12.09.2007

Esoterik im Landtag - Barbara Rütting und das Universelle Leben
Bericht: Thomas Kießling und Andrea Mocellin
Der bayerische Landtag. Die Schaltstelle für wichtige Entscheidungen in Bayern. Wer
hier im Plenum sitzt, ist gewählter Volksvertreter, Vorbild für die Bürger. Hier
bemühen sich verantwortungsvolle Politiker um seriöse Politik – möchte man meinen.
So auch der Auftritt von Barbara Rütting bei Ihrer Antrittsrede 2004 als
Alterspräsidentin des Bayerischen Landtags:
Barbara Rütting, Bündnis 90/Die Grünen, Alterspräsidentin des Bayerischen
Landtags, am 6.10.2003:
„Wir sind den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet, die uns gewählt haben.“
Aha, klingt ja eigentlich gut.
Barbara Rütting, Bündnis 90/Die Grünen, Alterspräsidentin des Bayerischen
Landtags, am 6.10.2003:
„Meine Damen und Herren. Vor vielen Jahren habe ich - ausgerechnet als Berlinerin
- die Geierwally gespielt. Als ich vorgestern bei mir in Bernau meinen Müll zum
Wertstoffhof brachte, gratulieren mir auch der Sepp und der Georg zu meinem
Wahlerfolg. Der Georg ist zuständig dafür, dass der Müll anständig getrennt wird, und
die Geierwally ist nach wie vor sein Lieblingsfilm, und die sitzt jetzt im Landtag.“
Die Geierwally – in dieser Rolle ist sie bis heute als Schauspielerin unvergessen. Ob
sie schon damals auf die Idee mit dem Tierschutz kam, für den sie jetzt bei den
Grünen zuständig ist?
Fakt ist: Der Tierschutz ist der Berliner Geierwally in den letzten Jahrzehnten ihr
liebstes Kind. Und mit wem zusammen sie da auftritt, ist ihr im Kern offenbar egal. Ihr
geht’s ja um die Sache.
So trat sie vor ein paar Monaten als Rednerin bei einer Demonstration auf, bei der
die gefährliche Sekte „Universelles Leben“ Hauptveranstalter war.
Viele Tierschützer wie Colin Goldner sind entsetzt darüber, dass Barbara Rütting auf
diese Weise der Sekte Universelles Leben einen seriösen Anstrich verleiht.
Colin Goldner, Tierschützer und Sektenexperte:
„Barbara Rütting ist nicht formales Mitglied des Universellen Lebens. Sie lässt sich
vom UL einspannen, instrumentalisieren als Vortragsrednerin, als Bannerfrau bei
irgendwelchen Demonstrationen und Öffentlichkeitsveranstaltungen, und sie wertet
damit das Universelle Leben auf, sie macht das UL hoffähig.“
Aber noch schlimmer:
In einem Brief rief Barbara Rütting als Abgeordnete der Grünen zur Teilnahme an
einer Demo auf, bei der das Universelle Leben in der Tierschützerszene auftrat. In
ihrem Schreiben verharmlost sie die Sekte - und das mit dem Briefkopf des
Bayerischen Landtags.
Darin heißt es:
„Gerade über diese Gemeinschaft wird immer wieder haarsträubender Unsinn
verbreitet.“
Im Interview teilt uns Barbara Rütting mit, dass sie sich bei der Sekte selbst über die
Kritik an der Sekte informiert habe.
Barbara Rütting, Bündnis 90/Die Grünen, Alterspräsidentin des Bayerischen
Landtags:
„Natürlich habe ich mich informiert. Das sind Urchristen, die keine Tiere töten wollen,
und dadurch haben sie durch die Petition, die sie gegen Zwangsbejagung
eingebracht haben, musste ich mich damit beschäftigen. Es sind Urchristen, ob sie
es nun sind oder nicht, weiß ich nicht, aber das ist ja auch nicht mein Problem.“
Aha, so einfach ist das. Weiterhin heißt es in Rüttings Brief, dass alle
Anschuldigungen gegen das Universelle Leben mittlerweile gerichtlich widerlegt und
untersagt seien. Aber:
Wolfgang Behnk, Sektenbeauftragter der Ev.-luth. Kirche in Bayern:
„Übrig geblieben ist eine solch große Menge von Aussagen, die gerichtsbeständig
geblieben sind, dass man sagen muss, es ist doch haarsträubend, mit welcher
Organisation wir es hier zu tun haben. Eine Organisation die Menschen in eine
völlige geistige psychische und materielle Abhängigkeit zieht, eine Organisation, die
von ihrer Struktur nicht nur hierarchisch ist, sondern totalitäre Tendenzen aufweist.“
Merkwürdige Ansichten haben Barbara Rütting selten gestört. So warb sie zum
Beispiel in den 90er Jahren für die Naturgesetzpartei, den politischen Arm der
Maharishi-Anhängerschaft, bekannt geworden durch das Yogifliegen.
Außerdem ist sie seit Jahren Sympathisantin des Osho-Rajneesh-Kults, seinerzeit
gegründet von Bhagwan. Auf ihrer Homepage zitiert sie Osho Rajneesh: “Lauwarm
ist nicht genug. Du musst kochen. Nur dann kannst du verdampfen.“
Die Grünen scheint das alles nicht stören. Im Gegenteil:
Sepp Dürr, MdL, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen:
„Ich bin ja froh, dass bei uns nicht alle gleich geschaltet sind, dass wir so
eigenständige Persönlichkeiten haben. Da ist Barbara Rütting für uns gerade im
Tierschutz und in den Verbraucherschutzbereichen absolutes Vorzeigemodell. Wenn
wir mehr Persönlichkeiten dieses Kalibers hätten, dann wäre für uns die Arbeit als
Fraktionsführung vielleicht noch schwieriger, aber für uns Grüne insgesamt wäre es
ein Gewinn.“
Klar, Barbara Rütting bringt ja auch einen wahren Segen an Wählerstimmen aus der
wachsenden Esoterik- und Tierschützer-Szene.
Bayerischer Rundfunk / Zeitspiegel vom 12.9.2007
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siehe auch: Der braune Rand der Tierrechtsbewegung
in: Der Rechte Rand, 108, Sept./Okt.2007, S. 21f.
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Nach dem Bericht des "Zeitspiegel" - und entsprechender Zurbrustnahme innerhalb ihrer Fraktion - ruderte Frau Rütting widerwillig zurück: Wie die Süddeutsche Zeitung am 21.9.2007 berichtete, habe sie auf Anfrage mitgeteilt, sie werde künftig "nicht mehr mit dem UL zusammenarbeiten". www.sueddeutsche.de/bayern/artikel/253/134001
Einige Zeit darauf verlautbarte sie ebendies auch auf ihrer Homepage, auf der sie bislang das UL und ihr Engagement für das UL vehement verteidigt hatte.
In der Main-Post vom 24.10.2007 hieß es hierzu:
MÜNCHEN/WÜRZBURG
Rütting geht auf Distanz zum UL
Kritik an Auftritten der Tierschützerin bei Demos der „Christusfreunde“
Barbara Rütting (79), die Alterspräsidentin des Bayerischen Landtages, will nicht mehr bei Veranstaltungen auftreten, die von Anhängern des Universellen Lebens (UL) organisiert wurden. Auf ihrer Homepage distanziert sich die Grünen-Abgeordnete vom UL und erklärt, sie werde „nie mit einer Sekte zusammenarbeiten“. (...)
Seit September 2003 ist sie für die Grünen im Landtag, und ihre Fraktionskollegin Simone Tolle aus Arnstein charakterisiert sie mit den Worten: „Die Barbara ist Tierschützerin mit Leib und Seele.“
Da war es nur eine Frage der Zeit, dass Rütting mit den „Christusfreunden“ vom UL in Kontakt kam. Die beschimpfen Jäger als Lusttöter und werben für ein Leben ohne den Verzehr von „Tierleichenteilen“, also für vegetarische Ernährung. Die „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ steht seit Jahren an der Spitze der UL-Kampagne. Sie organisierte Demonstrationen in großen Städten und mobilisierte jeweils Hunderte Menschen, gegen Jagd, Massentierhaltung und Tierversuche.(...)
Offenbar war auch Barbara Rütting lange Zeit vom Idealismus der „Christusfreunde“ überzeugt. Bei Anti-Jagd-Demonstrationen stellte sie sich demonstrativ hinter die Gemeinschaft. Auch die ersten Christen seien als Sekte verhöhnt, gefoltert und umgebracht worden, sagte sie bei der Gedenkveranstaltung für den „ermordeten“ Bären Bruno auf dem Münchner Marienplatz. „Ich bin überzeugt, wenn Jesus heute leben würde, er wäre nicht Mitglied in den etablierten Kirchen, sondern heute hier bei uns auf dem Marktplatz.“ Die „Christusfreunde“ hörten es gerne und veröffentlichten Fotos und Texte von Rüttings Auftritten.
Nach Vorwürfen, sie würde mit ihren Auftritten eine Sekte hoffähig machen, erklärt Rütting auf ihrer Homepage, sie habe eine „gewaltige“ Aversion dagegen, von irgendeiner Institution oder Gruppe vereinnahmt zu werden und werde „nie mit einer Sekte zusammenarbeiten“. Auch vor der Fraktion hat Rütting klargestellt, sie wolle künftig „keine gemeinsame Sache mehr mit dem UL machen“, so die Worte ihrer Kollegin Simone Tolle. Dem Sinneswandel ging ein Gespräch mit Sepp Dürr voraus. Einen entsprechenden Bericht bestätigte der Fraktionschef der Grünen im Landtag auf Anfrage dieser Zeitung.
Quelle: Main-Post vom 24.10.07
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AKTUELL
Anfang April 2009 gab Barbara Rütting ihr Mandat, das sie bei den Wahlen im Jahr zuvor für eine weitere Legislaturperiode erworben hatte, überraschend zurück: ein Abschied in tiefer Enttäuschung", wie sie verlautbarte. Als Nachrückerin wurde die Grünen-Politikerin Claudia Stamm nominiert.
sueddeutsche.de vom 2.4.2009
Kurz vor der Bundestagswahl 2009 trat Rütting medienwirksam bei B90/Die Grünen aus. Auslöser war ein TV-Auftritt der grünen Spitzenkandidatin Renate Künast, die vor laufender Kamera und in Anwesenheit eines 8jährigen Jungen einen Fisch totknüppelte [>>hier]. Kaum war Rütting bei B90/Die Grünen ausgetreten - ein durchaus respektabler Schritt - machte sie in einer Sendung bei "Kerner" unverhohlene Propaganda für das UL und für die UL-nahe "Tierschutzpartei"; dem Vernehmen nach verlegte sie ihren Wohnsitz in die Nähe des UL-Hauptquartieres in Michelrieth bei Würzburg.
Inzwischen ist sie gewissermaßen "hauptamtlich" als Propagandasprachrohr der "Tierschutzpartei" unterwegs.
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