Warum noch eine weitere Tierschutz- oder Tierrechtsorganisation? Gibt's nicht schon genug Vereins- und Verbandsmeierei???
Doch, gibt es.
Wir sind eine Gruppe von PsychologInnen und PädagogInnen [nähere Info hier], die beschlossen haben, ohne kommerzielles oder sonstiges Eigeninteresse für den Schutz und die Rechte von Tieren einzutreten. Auf der Suche nach einem Verein oder Verband, dem wir uns hätten anschließen können, stießen wir auf zahllose Möglichkeiten: hunderte von Organisationen im In- und Ausland werben um neue Mitglieder.
Bei näherer Hinsicht mussten wir allerdings feststellen, dass zahlreiche Vereine offenkundig nur oder in erster Linie existieren, um Spenden zu sammeln, deren Verwendung in der Regel nur unzureichend dokumentiert oder ausgewiesen wird (die Skandale um das Deutsche Tierhilfswerk oder Arche 2000 sind noch frisch im Gedächtnis [vgl. hier]). Wir stellten auch fest, dass zwischen den einzelnen Vereinen und Verbänden ein oftmals nachgerade unfaßbares Konkurrenz- und Hegemonialgebaren vorherrscht: es kann überhaupt nicht die Rede sein davon, dass die organisierten "Tierfreunde" an einem Strange zögen, zumindest nicht in eine Richtung.
Vereins- bzw. verbandsintern sind vielfach Postenschiebereien, Kompetenzgerangele, Neid, Profilierungs- und Eifersucht in einem Ausmaße anzutreffen, wie man es sonst nur aus politischen Parteien kennt; von undemokratischen Strukturen, Mittelunterschlagung, Mobbing gar nicht zu sprechen. Nicht selten ist auch eine bedenkliche Nähe zu rechtslastiger Esoterik zu konstatieren (beispielsweise zum Universellen Leben [vgl. hier]), ganz abgesehen von der vielfach eklatanten Theorie- und damit Ahnungslosigkeit, mit der da vermeintlicher "Tierschutz" betrieben wird.
Das "Tiereschützen" hierzulande ist nahezu durchgängig von romantisch angehauchten Idealen motiviert - sofern es nicht um pure Wichtigtuerei geht, um Spendenabzocke oder besonders häufig: um Gutmenschengehabe in Kompensation der Ausbeutung anderer als eben der paar beschützten Tiere -, eine politisch-diskursive Streitkultur gibt es ebensowenig wie ein Handeln nach politischen Überlegungen. Antispeziesismus kommt in der Regel noch nicht einmal als Begriff vor.
Wir haben uns daher entschlossen, zum 1.1.2005 eine eigene Organisation ins Leben zu rufen. Ob wir es besser machen, müssen letztlich andere beurteilen... Mitgliedsbeiträge werden bei uns jedenfalls nicht eingehoben und Spenden sammeln wir auch nicht. (Ein Resume zum fünfjährigen Bestehen zeigt, dass wir durchaus etwas in Bewegung setzen konnten. Mehr als 95.000 Besucher auf unserer website mit weit über einer dreiviertel Million Seitenzugriffen, dazu 15.000 Treffer bei google, sind uns Beleg, dass unser Engagement auch auf Resonanz stößt [Stand 12/2009].)
Neu: Den ursprünglich geführten Namen 4pawsnet haben wir aufgrund steter Verwechslung mit Spendensammelorganisationen wie Four Paws International oder deren deutschem Ableger Stiftung Vier Pfoten bzw. anderen ähnlich bezeichneten Einrichtungen
zum 1.1.2010 geändert in rage&reason. Die beiden Begriffe bedeuten soviel wie Wut&Vernunft als ambivalente, gleich-wohl unabdingbare Voraussetzungen für den Kampf um die Befreiung der Tiere.
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Literarisch Interessierten ist das Begriffspaar rage&reason vielleicht bekannt aus dem gleichnamigen Bestseller von Michael Tobias. Dessen 1998 erschienene und als "Tierrechts-" oder "Ökothriller" apostrophierte Novelle ist selbstredend als das zu verstehen, was sie - in Kantschem Sinne - ist: als romanhafte Fiktion. Für unsere Namenswahl spielte Tobias' Roman keine Rolle. Eher das Kapitel "Rage and Reason - an Eternal Ambivalence" aus Carol Tavris' Studie "Anger - The Mis-understood Emotion" von 1982 (deutsch: Wut - Das mißverstandene Gefühl. Hamburg 1992) >> klick auf das nebenstehende Cover |
Da uns die Zusammenarbeit mit seriösen anderen Organisationen wichtig und unverzichtbar erscheint, unternehmen wir zunächst den Versuch, Spreu vom Weizen zu trennen. Wir haben insofern all jene Organisationen aufgelistet, die uns - prima vista und ohne Gewähr - vertrauenswürdig erscheinen; es finden sich dabei durchaus auch Vereine oder Verbände, mit deren Positionen wir nicht zu hundert Prozent übereinstimmen. Entscheidendes Kriterium für die Auflistung war und ist: handelt es sich um eine seriöse Organisation oder um einen der zahllosen korrupten Spendensammelvereine [siehe hier].
Die Liste ist nicht über Irrtum erhaben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nicht-Auflistung bedeutet jedenfalls nicht notwendigerweise Nicht-Seriosität.
Wir bitten insofern um Hinweise, Korrektur und Kritik.
Die eingestellten und verlinkten Texte sind als Diskussionsgrundlage zu verstehen. Wir sehen sie als wichtige Beiträge, auch wenn wir nicht notwendigerweise jede Einzelposition teilen.
Grundbestandteil unserer Tätigkeit ist die Auseinandersetzung mit tierrechtstheoretischen Fragen, die - entscheidende Ursache für die weitgehende Konzeptions- und damit Einflußlosigkeit des herkömmlichen Tierschutzes - in ebendiesem völlig außen vor bleibt.
Hand in Hand mit unserer tierrechtstheoretischen und insofern auch publizistischen Arbeit engagieren wir uns sehr praktisch im Hundegnadenhof der Tierfreunde Niederbayern e.V. Darüberhinaus beteiligen wir uns an einer Vielzahl regionaler und überregionaler Projekte und Aktionen (beispielsweise zur Schließung von Delphinarien bzw. zur Verhinderung von Neu-/Erweiterungsbauten [Rügen/Nürnberg] oder zur Beendigung Primatenhaltung in Zoos [z.B. in Straubing]); erforderliche Projekte werden auch von uns initiiert (beispielsweise zum Verbot der Ausübung von Veterinärheilkunde ohne Approbation [Abschaffung sogenannter Tierheilpraktiker, die ohne ernstzunehmende Ausbildung oder Qualifikation an kranken Tieren herumdilettieren], zur kritischen Untersuchung und Bewertung "tiergestützter" Therapieverfahren [insbesondere Delphintherapie] oder zur gesetzlichen Verankerung des sogenannten Hundeführerscheins).
Weiterer Ausbau unserer Aktivitäten ist geplant (als Großprojekte streben wir die Einrichtung eines eigenen Hundegnadenhofes in Ostbayern sowie die Herausgabe eines vierteljährlich erscheinenden Magazins zu "Tierbefreiung und Zivilisationskritik" an [siehe unten]). Für weitere Ideen und Anregungen sind wir immer offen.
Um zuletzt einem weitverbreiteten - und oft künstlich hochgezogenen - Mißverständnis vorzu-beugen: wir sehen den Einsatz für die Befreiung der Tiere als einen Teilaspekt des Einsatzes für eine klassenlose, ausbeutungs- und herrschaftsfreie Gesellschaft. Die Kritik an der Ausbeutung von Tieren ist insofern immer als integraler Bestandteil einer umfassenden Herrschaftskritik zu verstehen [zu unserem Selbstverständnis siehe auch hier].
Und nochwas: Selbstredend sind uns die Unterschiede zwischen Tierrechten und Tierschutz - Abolitionismus versus Reformismus - bekannt.
Tierrechte bezeichnen - analog zu Menschenrechten - die unverletzlichen und unveräußerlichen Rechte der Tiere auf Freiheit, psychische und physische Unversehrtheit usw., was auf die Abschaffung jeglicher Tierausbeutung abzielt (Abolitionismus).
Tierschutz hingegen will die Ausbeutung lediglich reformieren, um sie ansonsten fortschreiben zu können. Wo Tierrechte Freiheit und die Abschaffung von Mord fordern, beschränkt Tierschutz sich auf größere Käfige und schonendere Schlachtung (Reformismus).
Gleichwohl die Begriffe insofern Gegensätze ausdrücken, sind ernstzunehmende TierrechtlerInnen immer auch TierschützerInnen, wenn es darum geht, reales Tierleid zu mindern - bessere Haltungsbedingungen, schmerzfreie Tötung etc. -, wo Ausbeutung und Leid unmittelbar nicht abgeschafft werden können. Die abolitionistische Forderung tritt dahinter nicht zurück. Tierschutz, der ausschließlich auf Reformismus und/oder nur auf bestimmte Tierarten abstellt, lehnen wir ab.
No zoo - No circus - No lab
rage&reason unterhält derzeit kein eigenes Forum. Bei Wunsch nach entsprechendem Austausch klicken Sie bitte auf das untenstehende Foren-Banner: es öffnet sich eine Seite, auf der Sie links zu einer Reihe einschlägiger www-Foren finden. Gerne können Sie uns auch eine Nachricht in unserem Gästebuch hinterlassen. Sofern Sie etwas zur Debatte um den Gnadenhof der Christiane Rohn beitragen wollen, steht hierzu ein zum 17.2.2006 eigens eingerichtetes Forum zur Verfügung. Seit 13.4.2006 gibt es hier auch eine Diskussionsplattform zu den Themen "Veganismus" und "Tierheilpraktiker".
Ein klick auf das untenstehende Wiki-Banner führt zu einer umfangreichen Daten- und Informationsbank, in der Sie buchstäblich alles und jedes zu Tierrechts- und Veganismusfragen finden. Lesenswert auch: Marginalien zum Veganismus und vegan geeks: Blog
In unserem rage&reason-Banner haben wir dem am 26.6.2006 auf Anweisung des bayerischen Umweltministeriums erschossenen Bären Bruno - der erste wildlebende Bär in Bayern seit 170 Jahren - ein ehrendes Andenken gesetzt. [Unser bis dahin im Banner geführter Bandog Kira ist nach wie vor auf der Galerie- sowie der Gästebuchseite zu sehen; hier sind auch unsere Bandogs Minki und Butchi zu sehen.]

Apropos: Wir wurden häufig gefragt, was es denn mit dem früheren Namen "4pawsnet" auf sich hatte, der eine Beschränkung unseres Engagements auf Tiere mit vier Pfoten vermuten ließ. Nichts freilich lag und läge unserer Absicht ferner: tatsächlich hätte
4pawsnet ebensogut 4hoofsnet oder 4clawsnet heißen können, auch 2talonsnet, xfinsnet oder wie auch immer: es ging und geht uns um den Schutz und die Rechte von Tieren, egal ob sie nun Pfoten, Tatzen, Hufe, Klauen,
Krallen oder Flossen haben; egal auch wieviele davon. Die Wahl des Namens 4pawsnet war allenfalls dem Umstand zuzuschreiben, dass einige von uns seit je mit "ausrangierten" Hunden zusammenleben und, wie bereits angeführt, wir als Großprojekt die Einrichtung eines eigenen Hundegnadenhofes anstreben. Eine Beschränkung unseres tierrechtlichen Engagements auf bestimmte Tierarten bedeutete der Name nicht. Zum 1.1.2010 wurde der Name geändert in rage&reason.
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"Als Kinder der Evolution sind auch wir bloß "Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will" (Albert Schweitzer), was sich in einem verant-wortungsvolleren Umgang mit der nichtmenschli-chen Tierwelt niederschlagen sollte." gbs |
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Immerhin existiert bereits das Cover der ersten Ausgabe des geplan-ten rage&reason-Magazins. Wann das erste Heft tatsächlich erschei-nen wird - und ob wir das Projekt eines eigenständigen Periodikums finanziell überhaupt je stemmen können (wir sind notabene kein Spendensammelverein) -, steht allerdings noch völlig in den Sternen. Wir arbeiten aber dran...
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